30te SPI OUEST, La Trinite, Bretagne 21.03-24.03.2008

Eine stolze Flotte Als Gastgeber für die J80-Weltmeisterschaft 2008 hat die internationale J80-Klassen-Vereinigung die deutsche KV ausgewählt. Damit wird in diesem Jahr in Kiel-Schilksee ein großes Segel-Spektakel unter der Regie des ausrichtenden Kieler Yacht-Clubs und der deutschen J80-Flotte stattfinden.
Dieses Highlight nahm Faber+Münker zum Anlass, in eine aktuelle „needles and pins“ zu investieren und für das J80-Team um Peter Hecht und Uli Münker ein neues Boot bei J-Europe, Frankreich für das Frühjahr 2008 zu bestellen. Bei der Planung des Ausliefertermins wurde kurzerhand die Idee geboren, das neue „Renn-“ Schiff persönlich abzuholen und gleich im Anschluss die Spi Ouest in La Trinite, Biskaja über das Osterwochenende als Training mitzusegeln.
Also fuhren Peter und Uli schon am Sonntag vor der Regatta nach Frankreich, um das neue Boot in Empfang zu nehmen und es von einer „standard“-J80 in eine „high-performance“-Rennyacht zu tunen.
Als die Crew (Erik Hecht, Philipp Schön und Jan Willem Geertz) am Dienstag, bzw. Mittwoch, anreiste, waren nicht mehr viele Dinge zu erledigen: wir konnten bereits am Donnerstagmorgen das Schiff zum ersten Mal ins Wasser setzen und wollten noch am Nachmittag nach der Taufe kurze Trainingsschläge vor Rennbeginn am Freitag durchziehen. Leider wurde eine umfangreichere Vorbereitung von den Fischern in La Trinite und Umgebung boykottiert: sie demonstrierten ihren Unmut gegenüber der französischen Regierung wegen der neu erhobenen Treibstoffsteuer. Die Fischer hatten kurzerhand zwei Stahltrossen über die Fahrrinne gespannt, die die Hafenausfahrt bildet und somit jegliches Auslaufen verhindert. An die 500 Teilnehmer der Spi Ouest waren matt gesetzt! Erst bei Hochwasser gegen 17:00 ergab sich für uns ein kleines Schlupfloch zwischen der Fahrwassertonne, an der das eine Ende der Trosse befestigt war, und der danebenliegenden Sandbank. So kamen wir am frühen Abend doch noch zu kurzen Trimmschlägen. - Um 18:30 sollten wir schon wieder am Kran hängen, damit der Vermesser unser neues Boot wiegen konnte.

Am nächsten Tag sollten die Regatten nun endlich starten. Doch leider machten uns nicht nur die Fischer mit Ihrem Streik Sorgen, sondern auch der über Nacht stürmisch aufgefrischte Wind. Die Wettfahrtleitung beschloss, dass auf Grund der vorliegenden Ereignisse an diesem Freitag nicht gesegelt werden sollte. Damit waren am Ende des Tages alle Beteiligten zufrieden. Die Fischer bekamen Ihre gewünschte Aufmerksamkeit in der Presse und die Segler, vor allem die Bootseigner, waren froh Ihre Boote heil im Hafen zu lassen.
Der Samstag versprach am Morgen das gleiche Programm wie am vorherigen Tag. Die Fischer waren über Nacht standhaft geblieben und hatten keinen Finger gerührt, um die Blockade wieder aufzuheben. Zwar war der Wind weniger geworden, dennoch blies er weiterhin sehr stark. Der Veranstalter hielt gegen Mittag eine Konferenz im Hauptzelt ab und erklärte seine Absichten, die Fischer zum Einlenken zu bewegen und spätestens gegen 14:00 die Startverschiebung aufzuheben. Sollte dies nicht gelingen, so würde die Spi Ouest 2008 abgesagt werden.
Pünktlich um 14:00 ertönte im Hafen das Auslaufsignal. Beim Verlassen der Bucht von La Trinite merkten wir schon, dass es heute nicht gemütlich werden würde: Beaufort 6. Der Wind blies noch um einiges stärker in der Bucht von Quiberon, als im Hafen von La Trinite. Zu dem machte uns die niedrige Temperatur zu schaffen und wir waren sehr froh die neuen Midlayerhosen von Henri Lloyd zu tragen. Das Ende der ersten Kreuz wurde mit dem Befehl „Gennaker hoch!“ geradezu gefeiert, da nun wieder jeder in der Crew viel zu tun hatte, um sich aufzuwärmen, und ein „schneller“ Downwind bevorstand. Zu unserem Glück wurde an diesem Tag nur eine Wettfahrt gesegelt, die wir als 7. Platzierter beenden konnten. Wir waren froh, am Ende des Tages ohne jegliche Schäden wieder im Hafen angekommen zu sein. Es war ja immerhin die Jungfernregatta und das zweite Mal segeln mit der neuen „needles and pins“ und somit auch ein anspruchsvoller Starkwindtest für das neue Boot, Segel und das neue Tauwerk von Liros.

Die nächsten beiden Tage ähnelten sich sehr. Der Wind hatte auf 3 bis 5 Bft. abgenommen, die Temperaturen waren aber konstant niedrig geblieben (5-8°C). Wir segelten noch insgesamt vier weitere Wettfahrten und durften uns bis zur letzten mit den weiteren Platzierungen 1, 2, 1 als Gesamtführenden bezeichnen. Leider hatten wir in der letzten Wettfahrt einen schlechten Start erwischt und konnten uns bis zum Ende nur auf den 8. Platz vorarbeiten. Dadurch fielen wir in der Gesamtwertung auf einen guten 2. Platz zurück. Zurückblickend war die Spi Ouest 2008 eine gelungene Auftaktveranstaltung für das Team um Uli Münker und Peter Hecht. Auch hatten wir bei 78 J80-Konkurrenten perfekte Trainingsbedingung für die Weltmeisterschaft im Sommer in Kiel und wir hoffen, dort auch so viele Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Wir bedanken uns bei unseren Ausrüstern Faber+Münker, Liros, Henri Lloyd und bei Trans Ocean, Verein zur Förderung des Hochseesegelns, der uns in der Vorbereitung auf die WM wieder unterstützt und den Besuch solcher internationalen Regatten erst möglich macht.
Willi Geertz,
J80 „needles and pins“