J80 Worlds 2008

Needles and pins Die Crew um Peter Hecht und Uli Münker treibt sich schon seit einigen Jahren auf den Weltmeisterschaften in Europa umher. In diesem Jahr war es Uli und Peter gelungen die WM zu sich vor die Haustür nach Kiel zu holen und nach einem 3. Platz im letzten Jahr in La Trinité, Frankreich war die Erwartung der Freunde und Bekannten riesengroß. Zur Crew gehören außerdem Jan-Willem Geerts (Willi), Erik Hecht und ich, Philipp Schön.
Direkt nach der Kieler Woche ging es schon wieder los: Eine Woche im Büro Ausruhen sollte reichen. Schon am Montag trafen wir uns wieder in Kiel, um gemeinsam den Prozess des Einmessens über uns ergehen zu lassen und waren mit 5 Mann auch ganze 300g! unter dem Maximalgewicht.
Aber auch die anderen Boote, Crews und Segel waren einzumessen und da es sich begab zu einem Ort, an dem wir heimisch waren, hieß das für uns: HELFEN.- Willi, Erik und ich konnten uns noch ganz gut drücken, aber Peter als Klassenpräsident und Uli als Segelmacher waren natürlich extrem eingespannt. Peter hatte auch gleich noch Frau und Schwiegereltern dazu verdonnert Kräne zu bedienen, Formulare zu füllen und auch sonst einen guten Eindruck zu machen. Der Tag ging so leider ohne Segeln vorbei und wir konnten nur von Land die ersten Trimschläge ausländischer Crews beobachten.

Crew voll im Einsatz Der folgende Tag begann wie der letzte geendet hatte: Mit Vermessung und Organisation. Erst als eines der letzten Boote verließen wir den Hafen und waren froh, dass wir es noch zum Start der Trainingsregatta schafften. "Never win a practice race" … unter diesem Motto war unser Start noch akzeptabel. Während der Wettfahrt steigerten wir uns noch bis auf den dritten Platz, wobei viele (allen voran die in Führung liegenden Spanier) die Wettfahrt vorzeitig abbrachen.
Der Mittwoch dann sollte der erste echte Wettfahrttag sein und der Wettfahrtleiter bestand auf 4 Rennen, da die folgenden Tage schwachwindig zu werden versprachen.
Das erste Rennen brachte dann die Ernüchterung für unsere vom Vorjahres Dritten gestärkten Egos: 26.! Okay, also der Streicher, aber wie geht es weiter? In spannenden Rennen schafften wir dann gerade noch die Plätze 6, 8 und 11 und wir hatten echt gekämpft! Etwas bedröbbelt und natürlich auch abgekämpft (10 Stunden auf dem Wasser bei bis zu 6 Windstärken) fielen wir nach dem einen oder anderen Bierchen so in die Koje. Heraus zu heben ist an dieser Stelle die Unterbringung: Sabine + Uli hatten ihr Haus kurzer Hand zum Crewhaus umfunktioniert. Alle hatten Platz…. Naja gut bis auf Teile der dort sonst lebenden Familie… (Vielen Dank Michel!)
Als Erik uns dann beim Auslaufen am Donnerstag nüchtern erklärte: "Heute ist mein Wind" kam die Motivation zurück... bis zum Start ... Aus der dritten Reihe ganz am Schiff starteten wir auf Steuerbordbug, fuhren bis zum Anschlag und .... siehe da: Eriks Wind: 1.! am Luvfass. Diesen Platz konnten wir bis ins Ziel verteidigen. Da auch die anderen Rennen des Tage deutlich einstellige Ergebnisse brachten, war die Freude groß im Hafen die Ergebnisliste mit einem gesamt dritten Platz in Händen zu halten. Die Lokalmatadoren waren zurück! Und was haben wir uns gut gefühlt…

Welle Zumindest bis Freitag! Dann brach die Wettfahrtwelt für uns zusammen. Mit zwei Wettfahrten im 20er Bereich und eine dritte Wettfahrt, die auch nicht viel besser war, verspielten wir die Chance auf eine Topplatzierung zur WM in den Heimatgewässern. So war es uns auch kein Trost, dass wir weiterhin beste Deutsche waren, einzig Uli freute sich, dass mit Jeff Johnson ein Satz Segel von ihm ganz vorne mit dabei war. (Dieser sollte dann auch Vizeweltmeister werden.)
Der Abschlusstag brachte dann dank Trogwetterlage leider nur eine Wettfahrt, diese aber mit schönsten Gleitbedingungen. Nach der Rundung der Leemarke war es ein Vergnügen die hinter uns liegende Konkurrenz mit atemberaubenden Manövern auf uns zu gleiten zu sehen.- Ein dritter Platz zeigte noch einmal unser Potential, konnte uns aber lediglich auf einen gesamt neunten Platz hinaufhieven.
Wieder einmal hat Kiel gezeigt, wie unzuverlässug langfristige Wettervorhersagen sind: Statt Flaute und Sonnenschein hatten wir immer Wind (manchmal auch viel) und jeder Tag begann mit der Frage: Was ziehe ich denn unter mein Ölzeug?
Unser Dank gilt den Organisatoren, Helfern und natürlich den Sponsoren des Events, genauso wie (natürlich auch) unseren eigenen Sponsoren.

Philipp Schön